Agile Ansätze im Marketing

Warum denken wir über agile Methoden im Marketing nach?
Viele kennen Marketing-Projekte so:
Nach der Auftragserteilung folgt in der Regel ein Briefing.
Mit den dort erhaltenen Informationen geht es in die Umsetzung.
Der nächste Schritt ist die Präsentation der Ergebnisse. Erst hier bekommt man das gesammelte Feedback des Auftraggebers.
Die Abnahme der Ergebnisse bekommt man oft nur mit viel Nacharbeit, verbunden mit zeitlichen Verzögerungen.
Manchmal passiert es auch, dass sich Prämissen beim Auftraggeber während der Umsetzungsphase geändert haben oder Vorgaben aus dem Briefing zu unscharf definiert wurden.
Agiles Projektmanagement im Marketing kann dies ändern.
Das gesamte Projekt wird in einzelne User-Storys aufgeteilt. Diese User-Storys werden in gemeinsamen Sessions entwickelt. Beteiligt sind von Kunden-Seite die fachlichen Verantwortlichen und das Management. Die Agentur-Seite bringt sich mit den für die Umsetzung eingeplanten Spezialisten in diese Sessions ein. Dabei werden erste Design-Vorschläge diskutiert und der Umfang in der Umsetzung abgeschätzt. So ergibt sich eine Liste aller Aufgaben, die das Team umzusetzen hat.
Die definierten Tasks haben einen solchen Umfang, dass sie sich innerhalb eines festen Intervalls (bewährt haben sich vier Wochen) umsetzen lassen. Diese Intervalle werden auch Sprint genannt. Nach jedem Sprint wird das (Teil-)Ergebnis dem Auftraggeber präsentiert.
Der ist somit in der Lage, zu einem sehr frühen Zeitpunkt:

  • die aktuelle Umsetzung mit den eigenen Vorstellungen abzugleichen und auszutesten.
  • auf den Entwicklungsprozess Einfluss zu nehmen, ohne dass dafür zu viele Entwicklungs-Ressourcen zu investieren sind.
  • sich in die praktische Umsetzung aktiv einzubringen.

Auch auf der Seite der Agentur gibt es Vorteile:

  • Der Mitarbeiter erhält mehr Möglichkeiten einer aktiven und kreativen Mitwirkung, was sich positiv auf die eigene Motivation und schlussendlich auf die Ergebnisse auswirkt.
  • Die Projekte sind transparenter und ermöglichen einen optimalen Überblick über den Stand im Projekt.
  • Das betrifft nicht nur die Ergebnisse der Umsetzung. Man erkennt auch sehr schnell, wie der Kunde die Zusammenarbeit selbst bewertet. Diese Erkenntnisse sind extrem wichtig um zeitig möglichem Konfliktpotenzial entgegenzuwirken.

Es gibt aber auch Aspekte in einer agilen Vorgehensweise, die problematisch sein können:

  • Festpreis-Projekte in einem agilen Vorgehensmodell mit einem Gewerk als Ergebnis sind ungemein schwer zu kalkulieren.
  • Auftraggeber versuchen nicht selten, innerhalb der vereinbarten Umsetzung neue Anforderungen zu platzieren. Und dass, obwohl sowohl der Projektumfang, wie auch das Budget fest vereinbart sind.
  • Die Verantwortung für die jeweiligen Teil-Ergebnisse verteilt sich auf viele Beteiligte. Wenn dies nicht allseits gelebt wird, kann sich das als absolutes Projekt-Risiko entwickeln.
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