Warum sind Businesspläne so unbeliebt

Wenn man diese Frage potentiellen oder bereits erfahrenen Gründern stellt, so bekommt man vielfältige Antworten zu hören:
Der Plan ist schon veraltet, wenn er aus dem Drucker kommt…
Mindestens zwei Drittel aller darin getroffenen Annahmen stellen sich später als falsch oder nicht zutreffend heraus…
Man braucht viele Wochen bis das Dokument endlich fertig ist und dann wird es nur von wenigen Personen gelesen…
usw.
Viele bereits etablierte Unternehmer vertreten auch die Auffassung, dass man den Businessplan nur schreiben muss, wenn man eine externe Finanzierung benötigt. Oder man beginnt mit dem Businessplan erst, wenn es um das Finden von Finanzierungspartnern geht.
Was lässt sich daraus ableiten?
Ein Businessplan kann nicht das Basistool für die Geschäftsfeldmodellierung sein. Im besten Fall stellt es eine Ableitung des eigenen Vorhabens dar.
Womit sollte man sein Vorhaben aber planen?
Wenn ich mit Existenzgründern oder Startups zusammenarbeite, nutze ich seit geraumer Zeit das Verfahren des Business Model Canvas frei nach Alex Osterwalder. Diese Methode hat viele Vorteile:
Alle die an der Entwicklung des Geschäftsmodells arbeiten, können im Brainstorming-Modus das Konzept Schritt für Schritt entwickeln.
Es wird dann schnell erkannt, ob und an welcher Stelle noch Schwachstellen bestehen. Da man so den Gesamtprozess im Blick behält, verzettelt sich niemand in einzelnen Unterthemen.
Man schafft ein gemeinsames Verständnis über das geplante Vorhaben.
Es lassen sich mit der Methode die für das Geschäftsmodell wichtigsten Fragen beantworten:
Wer sind meine Kunden?
Über welche Kanäle erreiche ich diese?
Welche Ressourcen muss ich aufwenden?
Welche unternehmensseitigen Partnerschaften sind notwendig?
… und weitere mehr.
Und der Businessplan?
Nicht selten wird man trotzdem aufgefordert sein, einen Businessplan zu präsentieren. Durch die jetzt bestehende Visualisierung des Konzepts fällt es leicht, die Informationen aus dem Business Model Canvas in die strenge Form des Businessplans zu überführen. Teilaspekte der Planung lassen sich im Businessplan bei Notwendigkeit detaillierter formulieren, zum Beispiel mit einer Standortanalyse, einer Mitbewerberanalyse oder einer mehrstufigen Finanzierungsplanung.
Ich habe mit dieser Methode gute Erfahrungen gemacht. Existenzgründer und Startups, die ihre Konzepte mittels eines Business Model Canvas entwickeln, kommen in der Regel schneller zu einem tragfähigen Konzept.

tl;dr

Ein Businessplan ist noch oft notwendig, aber nicht das geeignete Tool für die Entwicklung des Geschäftsmodells.

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